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20.06.2018

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Sprachliche Bildung in der Migrationsgesellschaft zwischen Wertevermittlungs- und Bildungspflicht

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Der Universitätslehrgang Deutsch als Fremd- und Zweitsprache veranstaltet gemeinsam mit dem Fachdidaktikzentrum der Geisteswissenschaftlichen Fakultät Graz jährlich eine Tagung zu einem aktuellen Thema im Bereich DaF/DaZ und Sprachdidaktik. Am 29. und 30. Juni 2018 findet die 21. Grazer Tagung zum Thema „Sprachliche Bildung in der Migrationsgesellschaft zwischen Wertevermittlungs- und Bildungspflicht“ im Meerschein-schlössl (Mozartgasse 3, 8010 Graz) statt.

Am 20. Oktober 2017 demonstrierte in Wien eine Gruppe von DaF/DaZ-TrainerInnen vor dem Symposium „Werte im Sprachunterricht“, das vom Österreichischen Integrations-fonds (ÖIF) veranstaltet wurde. Mit Slogans wie „Ich bin Deutschlehrende, keine Wertepolizistin“ und „Wertschätzung statt Werteschulung“ äußerten die PädagogInnen ihren Unmut über das Anfang Oktober 2017 in Kraft getretene Gesetz, demnach Deutschlehrende in ihren Kursen nicht mehr nur Sprache, sondern auch Werte vermitteln müssen – Werte, die vom ÖIF zuvor in einem Katalog festgelegt wurden.

Sieht man sich die Ausrichtung des neuen Regierungsprogramms an, wird schnell klar, dass die vom Integrationsministerium bereits in der vorangegangenen Legislaturperiode eingeschlagene Richtung nun auch vom Bildungs- und Wissenschaftsministerium übernommen werden soll. So ist etwa auf Seite 60 im Kapitel „Bildung“ von einem „genau definierten, verbindlichen Wertekanon“ für elementarpädagogische Einrichtungen die Rede. Im Primar- und Sekundarstufenbereich sollen „eigene Deutschklassen für Schüler, die die Unterrichtssprache nicht ausreichend beherrschen“ eingerichtet und „strenge Kriterien im Hinblick auf den Übertritt ins Regelschulwesen“ eingehalten werden. Die Regierung behält sich dabei eine „Stärkung der Aufsicht über Bildungseinrichtungen“ und „stärkere Sanktions- und Kontrollmöglichkeiten“ (S. 66) vor und plant die „Ausarbeitung und gesetzliche Verankerung einer Bildungspflicht“, die vorsieht, dass Schülerinnen und Schüler so lange im Schulsystem verbleiben, „bis sie bestimmte, genau definierte Kernkompetenzen nachweislich beherrschen.“ (S. 64)

Bei der 21. Grazer Tagung DaF/DaZ & Sprachdidaktik geht es um eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dieser bildungspolitischen Neuausrichtung, die dem pädagogischen und didaktischen Diskurs der letzten Jahrzehnte diametral entgegen-steht. Erbeten werden Beiträge aus der Pädagogik, Didaktik, Linguistik, Philosophie, Psychologie und Soziologie, die sich kritisch mit den aktuellen bildungspolitischen Entwicklungen auseinandersetzen. Die Beiträge sollen sich um Konzepte der Deutschförderung und der sprachlichen Bildung in der Migrationsgesellschaft drehen und eine der folgenden Fragestellungen bearbeiten:

  • Wie ist sprachliche Bildung in segregativen Unterrichtsformen aus Perspektive der Spracherwerbforschung zu bewerten?
  • Wohin führt die soziale Segregation von Kindern und Jugendlichen in der Schule aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse? Welche langfristigen Konsequenzen sind aus psychologischer, pädagogischer und soziologischer Sicht zu erwarten?
  • Welche Auswirkungen hat die „Vorschulpflicht“, also das Zurückstellen von Kindern mit mangelnden Deutschkenntnissen bei Schuleintritt auf deren soziale und sprachlich-kognitive Entwicklung?
  • Unter welchen Bedingungen und mit welchen Konsequenzen ist das Testen von Deutschkenntnissen in der Schule überhaupt sinnvoll?
  • Was sind „europäische“ Werte und wie sollen diese Werte vermittelt werden, sei es in Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen oder in der Erwachsenenbildung?
  • Wie effektiv sind Sanktionen im Bildungssystem? Wie wirken sich diese auf den Zweitspracherwerb aus?

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